„Das liegt bei mir in der Familie.“ Stimmt das wirklich?

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Anke Kirschbaum

Vererbt wird mehr als du denkst – aber nicht das, was du glaubst

Ich höre diesen Satz immer wieder – und ich kann gut verstehen, warum er so naheliegt:

„Bei uns in der Familie sind alle ein bisschen fülliger. Das liegt eben in den Genen.​“


Dieser Artikel ist Teil meiner Blogserie zu den häufigsten Abnehm-Mythen. Alle bisherigen Beiträge findest du natürlich zum Nachlesen hier im Blogbereich.


Was die Wissenschaft tatsächlich sagt

Es gibt tatsächlich genetische Einflüsse auf das Körpergewicht. Das bestreite ich nicht. Wissenschaftler haben ein Gen identifiziert – das sogenannte FTO-Gen – das mit einer erhöhten Neigung zu Übergewicht in Verbindung gebracht wird.

Aber hier kommt der entscheidende Teil: Menschen mit diesem Gen bringen im Durchschnitt gerade einmal zwei bis drei Kilogramm mehr auf die Waage als Menschen ohne diese Variante. Und – das ist der Punkt, der mich immer wieder beeindruckt – sie nehmen in Studien genauso gut ab wie alle anderen.

Das FTO-Gen ist kein Urteil. Es ist eine leichte Neigung. Nicht mehr.


Epigenetik: Deine Gene hören dir zu

Noch spannender als die Frage, welche Gene du hast, ist die Frage, welche davon überhaupt aktiv sind. Und genau darum geht es in einem Forschungsfeld namens Epigenetik.

Was Wissenschaftler dort herausgefunden haben, ist faszinierend: Unsere Gene sind keine starren Schalter, die auf „an“ oder „aus“ stehen. Sie reagieren auf das, was wir tun – auf unsere Ernährung, unsere Bewegung, unseren Schlaf, sogar auf unseren Stresspegel. Bestimmte Verhaltensweisen können dazu führen, dass Gene, die Übergewicht begünstigen, weniger aktiv werden. Und umgekehrt.

Das bedeutet: Du bist deinen Genen nicht ausgeliefert. Du bist aktiv daran beteiligt, welches Bild sie von dir malen.


Was das mit deinen Gedanken zu tun hat

Hier kommen wir zum Kern – und der liegt tiefer als Biologie.

Wenn du glaubst, dass dein Gewicht genetisch vorherbestimmt ist, passiert etwas Subtiles: Du hörst auf zu suchen. Du hörst auf, deine Muster zu hinterfragen. Du nimmst deine Gewohnheiten nicht mehr unter die Lupe, weil die Antwort ja schon feststeht.

Vielleicht isst du abends mehr, als dir guttut – aber nicht, weil du schwach bist, sondern weil du nie gelernt hast, dieses Muster zu erkennen. Vielleicht greifst du in Stressphasen zu Essen – nicht aus Hunger, sondern weil es ein unbewusstes Ritual ist, das sich über Jahre eingeschliffen hat.

Diese Muster haben nichts mit deinen Genen zu tun. Sie sind erlernt. Und was erlernt ist, kann auch verlernt werden.


Was das für dich bedeutet

Deine Familiengeschichte ist real. Die Gewohnheiten, die du als Kind gesehen und übernommen hast, sind real. Aber sie sind keine Verurteilung.

Du hast dieselben Voraussetzungen wie jede Frau, die du kennst und die sich in ihrem Körper wohlfühlt. Der Unterschied liegt nicht in den Genen. Er liegt in den Mustern – und darin, ob man sie je bewusst wahrgenommen und verändert hat.

Genau das ist der Ausgangspunkt meiner Arbeit. Nicht Diät, nicht Disziplin, sondern Verstehen.


Magst du das gemeinsam mit mir anschauen?

Wenn du das Gefühl hast, dass deine Herkunft oder deine Familie dich beim Abnehmen ausbremsen – dann lass uns in einem persönlichen Gespräch herausfinden, was wirklich dahintersteckt.


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