Um 21 Uhr stand Christine in der Küche …

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Anke Kirschbaum

… nicht weil sie Hunger hatte.

Der Tag war lang gewesen.

Zwei Meetings, ein schwieriges Telefonat, die Kinder, der Haushalt, irgendwas mit der Nachbarin, das sie noch beschäftigt hat. Und dann endlich – Stille.

Käse. Ein Rest Hummus. Dann noch Schokolade, die eigentlich für die Kinder war. Und während sie aß, hat sie gleichzeitig gedacht: Warum mache ich das schon wieder?

Das ist der Moment, den ich so oft höre. Nicht das Essen selbst – sondern dieses wache, fast ratlose Bewusstsein dabei. Ich will das gar nicht. Und ich tue es trotzdem.

Was Christine in diesem Moment wirklich gebraucht hätte, war keine Verbotsliste. Kein „Trink lieber Wasser“ und kein „Ablenkung suchen“. Das hätte vielleicht einen Abend funktioniert. Vielleicht zwei.

Aber was in ihr gesucht hat – das war etwas anderes.

Den ganzen Tag hatte sie gegeben. Geliefert. Funktioniert. Für die Arbeit, für die Familie, für das, was von ihr erwartet wurde. Abends, wenn die Anforderungen wegfallen, bleibt oft eine Art Stille zurück, die sich seltsam leer anfühlt. Und das Nervensystem – das den ganzen Tag auf Spannung war – sucht jetzt Regulation. Irgendetwas, das sich sofort gut anfühlt.

Essen funktioniert. Zuverlässig. Sofort.

Das ist kein Charakterfehler. Das ist ein Muster. Und Muster haben immer einen Grund.

Die eigentliche Frage ist nicht „Wie halte ich mich abends zurück?“ Sie lautet: Was meldet sich da eigentlich? Was hat Christine den ganzen Tag nicht bekommen – und jetzt sucht?

Wenn du das weißt, verändert sich etwas. Nicht durch Disziplin, sondern durch Verstehen.

Erkennst du Christine in dir? Dann schreib mir einfach zurück – ich lese jede Antwort selbst.

Gerne können wir auch einfach mal persönlich miteinander sprechen. In einem kostenlosen Analyse- und Orientierungsgespräch schauen wir gemeinsam, was deine Muster genau sind und ob ich dir da raushelfen kann.


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